Reisebüros trifft die Krise hart

In der Tourismusbranche arbeiten drei Millionen Menschen, die meisten davon zu nicht gerade hohen Konditionen. Einer von ihnen ist André Schoof vom Mülheimer Reisebüro Urlaubsfabrik, das ich vorgestern besuchen durfte. Die Reisebüros sind von der derzeitigen Krise oft noch mehr betroffen als andere Branchen, weil jetzt die Reisen storniert werden, die im November und Dezember gebucht worden sind.

Bereits eingenommenes Geld muss daher an die Kund*innen zurückgezahlt werden. Zwar tragen die Reiseveranstalter, also TUI, iTS etc., die Rückzahlungskosten, jedoch sollen die Reisebüros quasi „Sekretär*in“ spielen, um die Rückzahlungen zu organisieren. Die Reisebüros verlieren dadurch zudem in vielen Fällen ihre Provision.

Deshalb möchte die Reisebranche einen Entschädigungsfonds, weil sonst mindestens 40-50 % der Büros schließen müssten. Das wäre auch für die Veranstalter schlecht, denn noch immer werden durch die Beratung im Reisebüro 67 % der Reisen verkauft. Online funktioniert das eben nicht so intensiv!

André Schoof wünscht sich mehr Anerkennung, mehr Wertschätzung, mehr Beachtung von der Bundesregierung. Vielleicht wäre ihm und der Branche aber schon geholfen, wenn jetzt viele Reisende nicht auf eine Erstattung bestehen, sondern sich mit einer Umbuchung oder einem Gutschein zufrieden geben.

Wenn das genügend Reisende machen, dann federt das die Ausfälle sicherlich ab. Jeder sollte es sich überlegen.