Tag der Vielfalt – kein Platz für LGBT*-Feindschaft

Erst vergangene Woche wurden wir durch den Internationalen Tag der biologischen Vielfalt an unsere Verantwortung gegenüber der Natur erinnert. Am heutigen 26.05. erinnert der Tag der Vielfalt oder auch Diversity-Tag an unsere Verantwortung gegenüber unseren Mitmenschen. All unseren Mitmenschen! Geschlecht, Herkunft, sexuelle Orientierung oder jegliche anderen Merkmale der persönlichen Identität verbitten sich jeder Diskriminierung!

Es mag sich dem Erfahrungshorizont vieler Menschen entziehen, aber bis heute spüren Menschen in unserem unmittelbaren Umfeld Ausgrenzung, beispielsweise weil sie einen Menschen des gleichen Geschlechts lieben, ihre Hautfarbe nicht der der mehrheitlichen Bevölkerung entspricht oder weil sie Maßnahmen dagegen ergriffen haben, dass ihr Empfinden nicht mit dem Körper übereinstimmte, in dem sie geboren wurden. Im Jahr 2020 eigentlich eine Ungeheuerlichkeit und dennoch trauriger Alltag für so viele.

Wir haben noch einen langen Weg vor uns – in Mülheim, in NRW, in Deutschland, in Europa und auf der ganzen Welt. Schon längst sollten Rassismus, Homophobie, Transphobie, Misogynie und überhaupt jegliche Feindseligkeit gegenüber allem, das wir nicht verstehen, traurige Relikte der Vergangenheit sein. Es ist beschämend, dass wir noch nicht an diesem Punkt angelangt sind. Es gilt daher für uns alle, Haltung zu zeigen.

Dimitrios Axourgos, Bürgermeister der Stadt Schwerte, zeigt aktuell Haltung. Schwertes polnische Partnerstadt Nowy Sacz hat sich zur LGBT-freien Zone erklärt, da die Mehrheit des Rates der Stadt christliche Werte und die Integrität der polnischen Familie bedroht sähen. Christliche Werte widerstreben mir nicht, die Integrität der Familie ist mir eine Herzensangelegenheit und Städtepartnerschaften erachte ich als Errungenschaft. Doch dieser groteske Schritt „widerspricht unserem europäischen Gedanken der Vielfalt und damit auch dem Gebot der Völkerverständigung.“

Ich stehe voll hinter dir, Dimitrios!