Inklusiv beim VBGS

Von Inklusion reden, das tun viele. Doch nur wenige Menschen setzen sich so stark dafür ein, Inklusion umzusetzen, wie Alfred Beyer vom Verein für Bewegungsförderung und Gesundheitssport (VBGS e.V. Mülheim/Ruhr). Schon die WAZ erachtete sein Engagement als „grenzenlos“ und das ist es tatsächlich in vielfältiger Hinsicht. Der VBGS feierte im letzten Jahr 30-jähriges Bestehen. Einen Tag vor dem Fall der Berliner Mauer begann Alfred Beyer damit, Barrieren zu Fall zu bringen, die den Menschen weit weniger ins Auge stachen.

Es war ein steiniger Weg, den Beyer auf sich genommen hat. Heute zählt der Verein 150 Mitglieder im Alter von 4 bis über 60 Jahre und beschäftigt zehn ehrenamtliche Mitarbeiter*innen – fünf davon vom CBE Mülheim. Der VBGS ist etabliert, zählt sowohl SWB Mülheim als auch MWB zu seinen Förderern und arbeitet mit dem MSB (Mülheim macht Sport) zusammen. Zahlreiche Angebote und Projekte wurden ins Leben gerufen, unter anderem das Fest der Begegnung, bei dem Menschen, die aus ihrem Heimatland nach Deutschland geflüchtet sind, mit der Mülheimer Bevölkerung in Kontakt kommen. Auch Schwimmkurse für Flüchtlingskinder wurden ausgerichtet. Rollstuhlparcours machen insbesondere Kindern Spaß, schaffen aber auch Aufmerksamkeit für Barrieren, die Menschen ohne Behinderung sonst selten wahrnehmen. Der Sinn einer kostenlosen Zeitung für Menschen mit Sehbehinderung, welche Lokalnachrichten, Kulturveranstaltungen und Angebote von Supermärkten vorspielt, erschließt sich von selbst.

Doch der Verbleib des VBGS ist nicht so sicher, wie wir es uns wünschen würden. Alfred Beyer hat wenig Hilfe bei der Führung des Vereins und potenzielle Nachfolger*innen sind nicht in Sicht. Der Verein verliert Sponsoren und die Finanzierung gestaltet sich schwer. Für die anspruchsvolle Arbeit mit Menschen mit Behinderung ist es schwer ehrenamtliche Helfer*innen zu finden; häufig wird Bezahlung vorausgesetzt. Dabei wollen wir doch alle, dass die Inklusion vorangetrieben wird! Das können wir am besten durch ehrenamtliches Engagement oder durch eine Fördermitgliedschaft erreichen.

Alfred Beyer dient uns in dieser Hinsicht als Vorbild. Vielen Dank für Ihre langjährige Tätigkeit für die verwundbarsten Menschen in Mülheim und für das aufschlussreiche Gespräch!