European Green Deal – Perspektiven auch für Mülheim

Artur Runge-Metzger ist als Direktor für Klimastrategie und Internationales bei der Europäischen Kommission in Brüssel tätig und beschäftigt sich mit der Frage der Mobilität in Europa. Das Ziel, das mittels des „Green Deal“ in Europa erreicht werden soll, ist es, bis 2050 klimaneutral zu sein.

Die Europäische Kommission will in die Modernisierung investieren und dafür zusätzlich gesamtwirtschaftliche Investitionen von 175-290 Milliarden Euro in den kommenden drei Jahrzehnten initiieren. Das entspricht etwa 1-2 % des jährlichen Bruttosozialprodukts der EU. Das Geld soll investiert werden in Energieeffizienz und Ausbau der erneuerbaren Energien, in saubere, sichere und vernetzte Mobilität, in wettbewerbsfähig Industrie und Kreislaufwirtschaft, in Infrastruktur, Ausbau der Sektor Kopplung, in Bioökonomie und natürliche Kohlenstoffsenken und dafür Restemissionen auszugleichen über Kohlenstoffspeicher. Dafür sollen nationale Energie- und Klimapläne entworfen werden.

Wichtig ist der Europäischen Union, diesen Wandel sozial verträglich zu gestalten. Der Strukturwandel wird auch neue Geschäftsfelder eröffnen. Bereits heute gibt es 4 Millionen „Green Jobs“ in der EU. Einige Sektoren werden besondere Herausforderungen haben, zum Beispiel der Kohleabbau, Öl und Gasförderung, aber auch energieintensive Sektoren wie Stahl-, Zement- und Automobilbau. Deshalb soll der EU Haushalt Beschäftigungs-, Regional- und Kohäsions- und Innovationspolitik zusammen bearbeiten. Ausbildung, Umschulung und Fortbildung werden gefördert.

Die 750 Milliarden Euro, die die EU einsetzt, werden 310 Milliarden an Zuschüssen enthalten und 250 Milliarden an Krediten. Deutschland wird davon profitieren, auch wenn 45 % zweckbestimmt für die am meisten betroffen südlichen Regionen gehen. Artur Runge-Metzger betont, dass Wasserstoff eine wichtige Rolle als Speicher für erneuerbare Energien spielt und zukünftig besonders Schiffe, Flugzeuge und Schwertransporte mit wasserstoffbasierten Antrieben funktionieren können. Zudem spielt die Digitalisierung dabei eine wichtige Rolle.

Wichtig für uns in Mülheim ist zu wissen, dass in der gesamten EU an der Mobilitätswende gearbeitet wird und wir daran teilhaben können.