Kein Kind zurücklassen

Mehrfach habe ich bereits mein Anliegen betont, dass die Mülheimer Behörden als Institutionen wahrgenommen werden, die für die Menschen nah sind. „Starke Familien“ sind kaum im Fokus der Jugendämter in den Kommunen. Doch wenn Probleme in der Familie entstehen und sie buchstäblich gestärkt werden muss, dann ist ein effektives Jugendamt von großem Wert. Hinzu kommt, dass das Amt für Kinder, Jugend und Schule in Mülheim an der Ruhr weit mehr Aufgaben übernimmt als klassische Jugendämter.

Die Besonderheit des Amtes in Mülheim an der Ruhr beginnt bereits mit der besonderen Struktur. Durch die Abdeckung der Bereiche Kinder, Jugend und Schule sind hier über 700 Mitarbeiter*innen mit sämtlichen sozialen Aufgaben, vom Säugling bis hin zum Heranwachsenden betreffend, beschäftigt. Die Beschäftigten des Kommunalen Sozialen Dienstes, mit dem das Amt eng zusammenarbeitet, sind dabei noch nicht eingerechnet. Hinzu kommen noch ehrenamtlich Tätige, wie beispielsweise 17 Übersetzer*innen. Diese Organisation hat den Zweck, eine zentrale Anlaufstelle für die Klient*innen zu bieten, in der die Menschen mit Problemen ernst genommen werden und ihnen wertschätzend begegnet wird.

Die Kinderarmut in Mülheim an der Ruhr ist bedauerlicherweise hoch und ansteigend. Entsprechend wichtig ist der Einsatz des Amtes für Kinder, Jugend und Schule hier für Verhältnisse zu sorgen, die kein Kind zurücklassen und Chancengleichheit sicherstellen. Beispielsweise in Schulen hat die kommunale Verwaltung nur wenig direkten Einfluss. Hier bietet sich wieder das Konzept eines Runden Tisches an. Doch das Amt für Kinder, Jugend und Schule leistet viel. Allein die offene Ganztagsschule (OGS) durch städtische sowie privat-gemeinnützige Mitarbeiter*innen wird bereits von 40 % aller Schüler*innen genutzt. Das ist vergleichsweise noch nicht so viel wie in anderen Kommunen, aber der qualitative Anspruch ist auch sehr hoch. OGS in Mülheim hat einen hohen Personalschlüssel und geht über einfache Betreuung weit hinaus.

Um Mülheim an der Ruhr für die stetig wachsenden Herausforderungen in den Bereichen Kinder, Jugend und Schule zu rüsten, setzt das Amt auf Konzepte wie Mülheim 0/25, eine durchgängige Bildungskette, welche alle Tätigkeiten und Angebote verzahnt. Das Bildungsbüro der Stadt arbeitet daran, wie die Übergänge für Heranwachsende in den Stationen ihres Lebens, insbesondere der Schulformen, erleichtert werden können. Das Konzept RuhrFutur unterstützt Lehrer*innen und Schulleiter*innen bei der Entwicklung und inhaltlichen Gestaltung der Schulen. Es gibt noch so viel mehr unterstützende Strukturen und Angebote, auf die ich noch eingehen kann und werde.

Insgesamt hat das Amt für Kinder, Jugend und Schule eine starke Konzeption. Als Oberbürgermeisterin für Mülheim an der Ruhr strebe ich eine vertrauensvolle und enge Zusammenarbeit mit dieser Verwaltungseinheit an, in der es auch an konstruktiver Begleitung miteinander nicht mangeln wird. Es geht schließlich um die zukünftigen Generationen von Mülheimer*innen. Diese verdienen, dass wir alles tun, was in unserer Macht steht, um ihre Potenziale zu fördern, sie bei der Lösung von Problemen zu unterstützen und ihnen den bestmöglichen Start ins Leben zu gewährleisten. Das geht nur mit Wertschätzung füreinander.