Kinder- und Jugendschutz im Mülheimer Sport

Gesellschaftliches Engagement wird bei Familie Libera aus Mülheim an der Ruhr großgeschrieben. Thomas Libera ist der Vorsitzende der Sportjugend Mülheim an der Ruhr sowie Trainer einer Futsalmannschaft. Mit ihm und seinem Vater Adam Libera, der seit 30 Jahren haupt- und ehrenamtlich für den Mülheimer Sport aktiv ist, habe ich mich per Videokonferenz über die Perspektiven des Sports in Mülheim an der Ruhr unterhalten.

Dass Mülheimer Sportstätten dringenden Sanierungsbedarf haben, ist deutlich geworden. Doch geht es hierbei nicht ausschließlich um Sanierung, erläutert Thomas Libera. Man muss auch an die Vielfalt des Sports denken. Es ist gut, dass wir beispielsweise eine Skaterbahn haben und eine Tartanbahn in Planung ist. Doch müssen professionelle Schwimmer*innen noch immer in eine Nachbarstadt, um eine 50-Meter-Bahn zu finden.

Und was heißt eigentlich „moderne Sportstätte“? Wir sind uns einig, dass Mülheims Schulen stabiles WLAN-Netz benötigen, aber dieses wäre auch in Sporthallen nicht fehl am Platze. Zum einen wird Internet für den Spielbetrieb vieler Vereine vorausgesetzt und zum anderen sind Trainer*innen ebenfalls Lehrende, die mittels solcher Ausstattung ihren Unterricht ansprechend gestalten könnten. Zudem werden die Sportstätten ja auch von Mülheims Schulen genutzt; dass hier Unterricht stattfindet, ist absolut unstrittig.

Unstrittig ist zudem, dass wir einen hohen Standard an die Arbeit mit Kindern legen. Adam Libera betont, dass Kinder- und Jugendschutz im Vereinssport genauso Thema ist wie in der Schule. Dazu ist zum einen absolut erforderlich, dass alle Betreuer*innen und Trainer*innen ein erweitertes Führungszeugnis vorlegen, bevor sie tätig werden. Bei der Begleitung sportlicher Bewegungsabläufe ist enger Körperkontakt häufig erforderlich. Es darf kein Zweifel bestehen, dass solcher ausschließlich der Ausführung korrekter Bewegungen dient. Zum anderen benötigen Kinder und Jugendliche auch selbst Medienkompetenz, um sich und andere zu schützen. Ein Kind mag auf dem Foto, das es beim Sport von seinen Teammitgliedern gemacht hat, nur die abgebildete sportliche Leistung sehen. Bedauerlicherweise sehen im Internet zu viele Menschen eher die knappe, eng geschnittene Sportkleidung.

Doch nicht nur Kinder und Jugendliche verhalten sich so. Auch Eltern handeln oftmals derartig naiv und fotografieren und drehen Videos ihrer und damit häufig auch anderer Kinder beim Sport. Adam Libera hat dafür absolut kein Verständnis, vor allem weil die Debatte über das Anfertigen von Medien, die andere Menschen abbilden, bereits soweit fortgeschritten ist, aber scheinbar von den Menschen vergessen wird, wenn es um Sport geht: „Wir brauchen eine klare Regelung: Nicht jede*r darf Fotos und Videos in Sportstätten machen!“ Ausnahmen sind nicht auszuschließen, aber zunächst benötigen Sportbegleiter*innen etwas, worauf sie sich jederzeit berufen können, wenn Zuschauer*innen sich unangemessen verhalten.

Obwohl diese Regelung für alle Sportstätten gelten sollte – die beiden geben richtigerweise zu bedenken, dass es zu schwer zu entscheiden wäre, bei welcher Sportkleidung die Grenze zu ziehen ist – ist der Bedarf beim Schwimmen offensichtlich. Die Mülheimer Schwimmstätten werden von der SWiMH gGmbH verwaltet, die man gemeinsam mit der Stadtverwaltung, dem Mülheimer Sportbund e.V. – Haus des Sports und dem MSS an einen Runden Tisch zu der Thematik holen sollte.

Das Gespräch mit Thomas und Adam Libera hat meinen Fokus auf die Bedarfe des Sports in Mülheim an der Ruhr noch deutlich erweitert. Ich danke Ihnen ausdrücklich dafür!