Unterwegs in der Natur mit der Kreisjägerschaft

Vor einigen Tagen habe ich eine der ältesten Naturschutzorganisationen in Deutschland besucht – die Jäger, genau: Die Kreisjägerschaft Mülheim an der Ruhr e.V. Bei einer Waldführung durch den Broich-Speldorf Wald, den Uhlenhorst, habe ich viel über unseren Wald und insbesondere die Tiere, die hier leben, gelernt. Das Team der „Waldkäuze“ um Erdmuthe Luhr-Antons hat uns zur ersten waldpädagogischen Führung seit der Corona-Pandemie eingeladen und ein spannendes Programm zur Erklärung von über 70 Tierarten und Herausforderungen zur Erhaltung der Gesundheit unseres Waldes aufgelegt. Seit über 3 Jahren leidet unser Wald unter regenarmen Monaten, ein klares Zeichen des Klimawandels. Demzufolge kommt verstärkt der Borkenkäfer, der von der Trockenheit profitiert und vor allem geschwächte Nadelbäume angreift.

Aus meiner Zeit als niedersächsische Umweltministerin weiß ich, wie wichtig die Diversifizierung von Nadel- und Laubbäumen hin zu einem Mischwald für die Gesundheit des gesamten Waldes ist. Dies will ich gemeinsam mit der Forstverwaltung angehen und auch sehen, wo wir Wiederaufforstungsprogramme starten können. Das hilft den Insekten und Tieren, aber auch uns Menschen.

Problematisch sind zudem invasive Arten wie der Japanische Knötterich und die Herkulesstaude, die nicht nur für Menschen gesundheitliche Folgen haben, sondern auch unseren Bäumen die Nährstoffe entziehen. Diese müssen wir wirkungsvoll und effizient, z.B. mit gemeinsamen Aktionen von Umwelt-, Forstamt und Feuerwehr (die haben die notwendige Ausrüstung dafür!), bekämpfen.

Zudem muss die Stadt eigeninitiativ tätig werden, wenn es um die Bewässerung von Bäumen in Hitzemonaten geht und sollte dabei die Bürger*innen mitnehmen. Hier kann der Verweis auf mangelnde Finanzmittel nicht gültig sein, denn die Stadt kann sehr wohl die Bevölkerung bei der Besorgung und Anbringung von Bewässerungssäcken unterstützen. Dies nicht zu tun, wird viel teurer in Zukunft.

Natur- und Umweltschutz ist ein Marathon, kein Sprint. So kann ich wieder aus meiner Regierungszeit am Beispiel des Nationalparks Harz berichten, dass Maßnahmen zum Schutz des Waldes und seiner Bewohner erst in vielen Jahrzehnten bewertet werden können. Wir haben viel geleistet in Niedersachsen, da saurer Regen, Dürre und Borkenkäfer schon in den 1990er eine Bedrohung darstellten, doch selbst heute wissen wir nicht sicher, ob die Maßnahmen von damals den Wald endgültig retten können. Wir können heute nur für die Zukunft arbeiten und hoffen, dass zukünftige Generationen, wie Ihr, unsere Arbeit fortsetzen werdet. Ich will all meine Kraft zum Schutze des Mülheimer Waldes einsetzen.